Stralsunder Werkstätten suchen Nachwuchs für den Bundesfreiwilligendienst

An seinem Bundesfreiwilligendienst schätzt Nick Beier (r.) besonders den Kontakt zu den Bewohnern, zum Beispiel beim Spielenachmittag mit Maika Al-Sohiliy und Renate Kuplin (v. l.). (Foto: Kerstin Bauschke)

Berufliche Orientierung, soziales Engagement oder einfach Zeit, um Neues auszuprobieren: im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) bieten die Stralsunder Werkstätten jungen Männern und Frauen die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und einen Einblick in die Arbeit eines Sozialunternehmens zu erhalten. Im Sommer startet das neue BFD-Jahr. Fünf freie Plätze sind noch zu vergeben.

Nick Beier und Madlen Trzeciok zählen zu den insgesamt zehn jungen Männern und Frauen, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in den Stralsunder Werkstätten absolvieren. Noch bis August verstärkt Nick das Team des Wohnhauses und begleitet die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag, zum Beispiel bei Freizeitangeboten, auf Ausflügen oder beim gemeinsamen Abendessen. Zudem gehören organisatorische Abläufe, wie Arztfahrten und Einkäufe, zu den Aufgaben des 19-jährigen Stralsunders. Neben dem Wohnhaus zählen verschiedene Arbeitsbereiche der Werkstatt und die Tagesgruppe für schwerstmehrfach behinderte Menschen zu den Einsatzorten innerhalb der Stralsunder Werkstätten. Madlen Trzeciok absolviert ihren Freiwilligendienst in der Hauptwerkstatt. In der Ausgabeküche unterstützt die 17-Jährige das Fachpersonal und die Beschäftigten bei den täglichen Abläufen der Frühstücks- und Mittagsverpflegung und leistet in der Gruppe Hilfestellung, zum Beispiel beim Lesen und Schreiben. Beide Bufdis zählen das Miteinander und die Kommunikation mit den Menschen in ihrem jeweiligen Einsatzbereich zu den wichtigsten Erfahrungen innerhalb ihres Freiwilligendienstes.

Während Madlen nach ihrem Realschulabschluss bereits zu einer Tätigkeit im Sozialwesen tendierte und den Bundesfreiwilligendienst im Anschluss bewusst für die berufliche Orientierung nutzen wollte, diente der BFD Nick zunächst einmal nur zur Überbrückung. „Eigentlich hatte ich mir ein Studium im Bereich Sicherheitstechnik oder Biologie vorgestellt. Wegen verpasster Fristen habe ich mich für den Bundesfreiwilligendienst entschieden, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Durch den Einblick in die Arbeitsfelder im Wohnhaus und die Zusammenarbeit mit Kollegium und Bewohnern hat sich mein Berufswunsch noch einmal komplett geändert.“, erzählt der junge Stralsunder, der seiner Einsatzstelle sogar über den Freiwilligendienst hinaus erhalten bleibt. Im Anschluss an seinen Freiwilligendienst wird er im Wohnhaus eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger absolvieren. Madlen sieht sich durch den BFD in ihrem Wunsch nach einer Tätigkeit im Sozialwesen bestätigt. Nach ihrem Freiwilligendienst möchte sie sich zur Sozialassistentin ausbilden lassen.

Doch nicht nur die Bundesfreiwilligen sammeln in ihrer Bufdi-Zeit wertvolle Erfahrungen. „Als Einsatzstelle profitieren wir sehr von der engagierten Unterstützung durch Freiwillige.“, betont Geschäftsführer Peter Friesenhahn. „Nicht zuletzt, weil sie frischen Wind und Anstöße von außen in das Unternehmen bringen.“

Weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst in den Stralsunder Werkstätten, zu den Voraussetzungen sowie zu den Möglichkeiten einer Bewerbung gibt es unter www.sw-hst.de. Weiterhin steht Kerstin Barth aus der Personalabteilung telefonisch unter 03831/47 01 68 oder per Mail an kerstin.barth@sw-hst.de für alle Fragen rund um den Bundesfreiwilligendienst zur Verfügung.